AWO sucht engagierte, junge Menschen

Die AWO im Kreis Höxter bietet ab dem Sommer 2018 in Bad Driburg, Borgentreich und Steinheim jungen Menschen wieder die Möglichkeit ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bzw. einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) zu absolvieren.
Die Freiwilligendienste beim AWO-Kreisverband Höxter können vor allen Dingen im pädagogischen Bereich geleistet werden. Die Einsatzbereiche richten sich nach den Interessen der jungen Menschen. Tätigkeitsbereiche sind z. B. vor allen Dingen die pädagogische Arbeit mit Schulkindern bzw. in Spielgruppen für Kinder.
Für die Tätigkeit wird ein monatliches Taschengeld gezahlt. Weitere Sachleistungen sind möglich. Für die Zeit des Freiwilligendienstes besteht eine Sozialversicherungspflicht. Zum FSJ und BFD gehört eine pädagogische Begleitung in Form von Seminaren, die der fachlichen Anleitung und der Persönlichkeitsfindung dienen sollen.
Die AWO sieht die Freiwilligendienste als gute Möglichkeit im pädagogischen Bereich sinnvolle soziale Erfahrungen zu sammeln.
Darüber hinaus stehen Plätze für Praktika im Zusammenhang mit verschiedenen Schulausbildungen (z. B. FOS, Erzieherinnen-Ausbildung) zur Verfügung.

Informationen gibt es beim Kreisverband der AWO in Bad Driburg, Tel. 05253 93 50 210

Der AWO-Seniorentreff im Begegnungszentrum (Caspar-Heinrich-Straße 15 in Bad Driburg) bietet pro Woche zwei regelmäßige Veran­staltungen an. Ab sofort findet jeden Dienstag »Kaffee und Klönen« mit Ku­chen, Kaffee und kühlen Getränken sowie jeden Donnerstag ein Spielenachmittag mit Kaffee und kühlen Getränken statt. Beide Veranstaltun­gen sind in der Zeit von 14.30 bis 17 Uhr. Auch Interessierte, die noch nicht AWO-Mitglieder sind, können teilnehmen. Bei beiden Veranstaltungen wird ein Unkostenbeitrag vor Ort eingesammelt.
Nähere Informationen bei Nicole Hansel unter Telefon 05253 93 50 216.

Bilanz: AWO-Beratungsstellen im Kreis Höxter stellen ihren Jahresbericht für 2017 vor.
In 20 Jahren ist das Team gewachsen, die Angebote noch stärker vernetzt

Neue Westfälische vom 27.04.2018
Von Silke Riethmüller

Bad Driburg. Im Oktober 1997 wurde die Beratungsstelle für Schwangerschaft, Partnerschaft und Sexualität der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gegründet. “Das war damals im Kreis Höxter schon etwas Besonderes, dass es eine solche Beratungsstelle gab”, erinnert sich Kreisgeschäftsführer Wolfgang Kuckuk. In den vergangenen 20 Jahren hat die AWO weitere Beratungsstellen dazubekommen, das Team ist gewachsen, Synergieeffekte sind entstanden, die einzelnen Angebote wurden miteinander vernetzt. “Wir können also inzwischen auf einige Erfahrungen verweisen”, betont Kuckuk.

Im Jahr 2017 führten die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle für Schwangerschaft, Partnerschaft und Sexualität 1.345 Beratungsgespräche. Die Zahl der Ratsuchenden ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Insgesamt hätten 446 Personen (2016: 460) die Hilfe der AWO-Beratungsstellen in Anspruch genommen. Die meisten davon waren Frauen, 26 Ratsuchende waren männlich. 293 waren Deutsche, davon hatten 63 einen Migrationshintergrund. 151 Ratsuchende besaßen eine andere Staatsangehörigkeit.

In der Konfliktberatung wurden 58 Gespräche mit 53 Frauen geführt. Der größte Anteil sei zwischen 27 und 34 Jahren alt gewesen, gefolgt von der Altersgruppe der 22 bis 26-Jährigen. Zwei Klientinnen waren zum Zeitpunkt der Beratung noch minderjährig. Im Vergleich zu 2016 (60 Frauen/64 Beratungsgespräche) war die Schwangerschaftskonfliktberatung im vergangenen Jahr leicht rückläufig. “Als Hauptgründe für einen Schwangerschaftsabbruch wurden von den Frauen eine schwierige körperliche oder psychische Verfassung genannt, gefolgt von einer finanziell sehr schwierigen Lebenssituation”, erklärt Beate Knievel-Boraucke vom Team der AWO-Beratungsstelle in Bad Driburg. Wirtschaftliche Armut spiele also weiterhin eine große Rolle bei der Entscheidung. “Sehr viele Frauen können von der guten wirtschaftlichen Lage in unserem Land nicht profitieren”, bedauert die Diplom-Sozialarbeiterin.

Die Gruppe der alleinerziehenden Mütter sei zudem deutlich größer geworden. Auch im Jahr 2017 sei die Bundesstiftung “Mutter und Kind” daher eine wichtige Hilfe für schwangere Frauen in einer Notsituation gewesen, 134 Schwangere erhielten eine finanzielle Unterstützung aus diesen Mitteln, darunter 33 Flüchtlingsfrauen. Seit November 2015 ist es für Schwangere in Erstaufnahmeeinrichtungen möglich, einen Antrag bei der Bundesstiftung zu stellen. “Auch schwangere Frauen, die in den zugewiesenen Städten ihr Asylverfahren abwarten, können eine finanzielle Unterstützung durch die Stiftung erhalten”, so Isabell Schröder. Die Erziehungswissenschaftlerin ist seit September 2016 mit im Team der Beratungsstelle und berät geflüchtete Frauen in Bad Driburg.

Die durchschnittliche Hilfe betrug 456 Euro. “Im Vergleich zu 2016 wurden im vergangenen Jahr 28 Anträge mehr gestellt”, sagt Diplom-Sozialpädagogin Silke Niggemann-Boffer. Dies zeige, dass immer mehr Schwangere über ein sehr geringes Einkommen verfügen. 42 Frauen erhielten über die AWO zudem Mittel aus dem Familienplanungsfond des Kreises Höxter als Zuschuss für ein Verhütungsmittel, wie Hormonspirale oder die Pille.

Neben der Vermittlung einer finanziellen Unterstützung benötigten aber auch immer mehr Eltern und Familien aufgrund gestiegener Belastungen effektive und längerfristige Begleitung in ihrer ganz speziellen Lebenssituation. “Die Problemlagen sind viel komplexer geworden”, betont Niggemann-Boffer.

Ein immer wichtiger werdendes Thema sei zudem Gewalt gegen Frauen. “Eine Schwangerschaft oder die Geburt eines Kindes können der Auslöser einer Gewaltspirale sein”, weiß Mareike Stöver von der AWO-Frauenberatungsstelle für den Kreis Höxter. Seit Januar 2017 verstärkt die examinierte Hebamme und Sozialpädagogin stundenweise das Team der Schwangerenberatungsstelle. “Es ist also wichtig, dass die Gesellschaft bei diesem Thema noch genauer hinsieht und hinhört”, unterstreicht Stöver.

“Die Teams in unseren Beratungsstellen leisten eine großartige Arbeit”, betont auch AWO-Kreisvorsitzender Paul Arens. Dafür gebühre ihnen ganz besonderer Dank und Anerkennung.

Firmvorbereitung: Rösebecker Jugendliche lernen die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer des Lebensmittelkorbes der AWO in Borgentreich kennen und beschließen, die Ausgabe zu unterstützen

Neue Westfälische vom 13.03.2018

Rösebeck (nw). Im Pastoralverbund Borgentreich setzen sich in der Firmvorbereitung die Jugendlichen der Kirchengemeinden mit ihrem Glauben auseinander “und überlegen, was es heute bedeuten kann, als Christ zu leben”, sagt Gemeindereferentin Anna Mühlberger.

Dabei war es die Idee des Pfarrgemeinderates (PGR) in Rösebeck gewesen, die caritative Perspektive des Christseins in den Fokus zu nehmen. Mit einigen Firmbewerbern aus der Gemeinde wurde gemeinsam überlegt, die Arbeit des Lebensmittelkorbs der AWO in Borgentreich kennenzulernen und zu unterstützen.

Der Borgentreicher Lebensmittelkorb besteht seit fast zehn Jahren. Einmal im Monat werden an einem Freitagnachmittag im evangelischen Gemeindehaus in Borgentreich Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben. Die Lebensmittel werden von den umliegenden Geschäften und Händlern (Supermärkte, Hofläden, Molkereien, Bäckereien und Metzgereien) gespendet. Haltbare Lebensmittel wie Mehl, Zucker, Kaffee, Reis, Nudeln und Drogerieartikel werden hinzugekauft. AWO-Vorsitzende Carmen Watermeyer-Fels berichtete im Pfarrheim den Jugendlichen und PGR-Mitgliedern aus der Vereinstätigkeit und betonte die Notwendigkeit der Arbeit. “Zurzeit kommen regelmäßig bei der Ausgabe der Lebensmittel in Borgentreich rund 120 Bedürftige”, so Watermeyer-Fels. Die Zahl der Bedürftigen im Stadtgebiet sei jedoch um ein vielfaches höher und steige stetig an.

Aus diesem Grund entschlossen sich die Firmbewerber zu helfen: Sie gingen in Rösebeck von Tür zu Tür und sammelten Lebensmittel und Geldspenden für den Lebensmittelkorb. “Die Hilfsbereitschaft der Gemeinde war riesig und es konnte, neben zahlreichen Lebensmittel, die großartige Summe von 500 Euro übergeben werden”, berichtet Gemeindereferentin Anna Mühlberger. Die Firmbewerber, die die Unterstützung der Rösebecker Landjugend hatten, waren begeistert, der ersten Vorsitzenden Carmen Watermeyer-Fels die großzügigen Spenden übergeben zu können. Watermeyer-Fels dankte für das Engagement und lud die Firmbewerber zur nächsten Ausgabe des Lebensmittelkorbes nach Borgentreich ein. Es sei ein gutes Gefühl, anderen Freude zu bereiten.

Jahrestreffen: Das bisherige Führungsteam des AWO-Ortsvereins wird für weitere zwei Jahre die Geschicke des Wohlfahrtsverbandes in Borgentreich lenken

Neue Westfälische vom 28.02.2018

Borgentreich (nw). In der Jahresversammlung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Katharina-von-Bora-Haus standen neben dem Jahresbericht und der Planung der Aktivitäten in diesem Jahr die Neuwahlen des Vorstandes auf der Tagesordnung.

Dabei wurde Carmen Watermeyer-Fels in ihrem Amt als erste Vorsitzende für zwei weitere Jahre bestätigt. Auch Ingrid Schabedoth als zweite Vorsitzende, Jutta Kropp als Kassiererin und Petra Albertsmann als Schriftführerin wurden wieder in ihre Ämter gewählt. Als Revisoren benannte die Versammlung Ingelore Fels und Martina Steinmetz.

Es sei erfreulich, dass an dem Abend der Versammlung vier Neueintritte in den Borgentreicher Ortsverein erfolgten, hält der Vorstand fest – entgegen des Trends des Mitgliederverlustes auf Kreisebene, von dem Paul Arens berichtet hatte. “Dies spricht in Borgentreich für einen aktiven gut aufgestellten Ortsverein”, bilanziert Vorsitzende Carmen Watermeyer-Fels.

Auch gelte ihr Dank dem Team freiwilliger Helfer. Ohne diese Mannschaft von rund 25 Personen sei die Ausgabe, zu der auch das Abholen der Lebensmittel und der Aufbau gehöre, nicht möglich.

Sozialverband mit Herz und Profil

Rückblick: Vor 25 Jahren wurde der AWO-Kreisverband Höxter als eingetragener Verein gegründet.
Seither haben sich Angebote, Aufgaben und Herausforderungen gewandelt

Neue Westfälische vom 22.12.2017
Von Silke Riethmüller

Kreis Höxter. Ein Vierteljahrhundert besteht der Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt nun im Kreis Höxter. Ein Grund, die vergangenen 25 Jahre Revue passieren zu lassen und zu schauen, was sich von den Anfängen bis heute entwickelt und verändert hat.

Bereits in den 1950er Jahren gab es vereinzelte Aktivitäten der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Kreis Höxter, bis Ende der 70er Jahre gestalteten die Ortsvereine zum Beispiel in Höxter und Beverungen die Angebote. “Erst ab den 1980er Jahren nahmen die AWO-Aktivitäten kreisweit so richtig Fahrt auf”, weiß Kreisgeschäftsführer Wolfgang Kuckuk. Im Januar 1982 schlossen sich die Ortsvereine Höxter, Beverungen, Brakel, Bad Driburg, Warburg, Lüchtringen und Steinheim zu einem Kreisverband zusammen, zunächst als Gliederung des damaligen AWO-Bezirksverbandes östliches Westfalen in Bielefeld. Zehn Jahre später gründete sich dann der AWO-Kreisverband als eingetragener Verein.

Die Geschäftsstelle befand sich damals (1992) noch an der Höxteraner Gartenstraße. Vorsitzender war Heinz Göhlmann, als Geschäftsführer fungierten Wilfried Brexel und später Detlef Stall. Zu den Angeboten des Kreisverbandes zählten Beratungsangebote (Sozial- und Seniorenberatung, Aussiedlerberatung), Ferienangebote und Kuren, Hausaufgabenbetreuungen – “zu der Zeit gab es noch keine Ganztagsschulen”, sagt Wolfgang Kuckuk – der Mobile Soziale Dienst, Arbeitslosenberatung und Arbeitslosenprojekte (bis 2003) sowie das Kleider- und Möbellager in Peckelsheim mit angeschlossener Werkstatt (bis 2004). “Die Einführung der Pflegeversicherung als eigenständiger Teil der Sozialversicherung hat ab 1995 einen Wandel in der Arbeit mit Senioren eingeleitet und diesen Bereich innerhalb des Kreisverbandes stark geprägt. Dadurch war die gesetzliche Basis für den Aufbau unseres Ambulanten Pflegedienstes gelegt”, betonen Kuckuk und Präsidiumsvorsitzender Paul Arens.

Mit dem Umzug der Geschäftsstelle nach Bad Driburg begann 1997 eine neue Zeitrechnung für die AWO im Kreis Höxter. “Das Haus an der Caspar-Heinrich-Straße wurde mit viel Eigenleistung eingerichtet”, erinnert sich Kuckuk. Hier sind unter anderem der Mobile Soziale Dienst sowie die Beratungsstelle für Schwangerschaft, Schwangerschaftskonflikte und Sexualität beheimatet.

Neben der Erweiterung des bestehenden Beratungsangebotes und dem Aufbau weiterer Standorte im Kreis, sind seit 1998 vor allem die Angebote in den Bereichen Jugendhilfe und Soziale Arbeit in den Schulen stark gewachsen. Die AWO engagiert sich aktuell an 23 Schulen kreisweit, zum Beispiel in der Nachmittagsbetreuung. “Dieser Bereich ist momentan der mit den meisten Mitarbeitern und auch der Bereich, der am schnellsten gewachsen ist in den vergangenen Jahren”, sagt Kuckuk.

»Sie alle sind stets mit viel Herzblut dabei«

Im Kreisgebiet gibt es inzwischen acht AWO-Ortsvereine, in denen sich rund 400 Mitglieder engagieren. In den Einrichtungen und Diensten der AWO sind kreisweit 235 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. “Wir sind ein moderner Sozialverband mit besonderem Profil. Mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienstleistungen setzt sich die AWO für eine sozial gerechtere Gesellschaft ein”, betont Kuckuk. Wie die Gesellschaft haben sich auch die Herausforderungen an die Sozialverbände in den vergangenen 25 Jahren gewandelt. “Vieles ist nicht immer planbar, die Dinge entwickeln sich”, so Kuckuk. Wichtigstes Merkmal der Entwicklung der AWO im Kreis Höxter sei sicher eine zunehmende Professionalisierung. “Neben der professionellen Arbeit, die unsere Mitarbeiter leisten, sind sie alle aber auch stets mit viel Herzblut dabei”, unterstreicht Paul Arens. Damals wie heute gelte das für alle, die sich innerhalb des Kreisverbandes engagieren – ob hauptamtlich oder in ihrer Freizeit.

Neue Westfälische vom 29.12.2016

Der AWO-Kreisverband Höxter nutzte die letzte Dienstbesprechung im Jahr in der Abteilung “Senioren-Pflege, Betreuung und Unterstützung zu Hause”, um einer Mitarbeiterin im ambulanten Pflegedienst zu danken. So wurde die Abteilungs- und Pflegedienstleiterin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende Aljona Gottfried für ihre 20-jährige Mitarbeit geehrt. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Kuckuk und der Vorsitzende des Präsidiums, Paul Arens, bedankten sich bei Gottfried für ihre verantwortungsvolle Arbeit für den Kreisverband. Beide bedankten sich ebenfalls bei allen Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz.

Neue Westfälische vom 16.12.2016

Unterstützung: Die Arbeiterwohlfahrt bietet im Nordkreis, Peckelsheim sowie Bad Driburg eine regionale Flüchtlingsberatung an. Die Beratungsstellen sind gut miteinander vernetzt

“Rund um das Thema Flüchtlinge hat sich in den vergangenen Monaten eine Menge entwickelt”, sagt Wolfgang Kuckuk, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Kreis Höxter. So bietet auch der AWO-Kreisverband seit den Sommermonaten mehrere regionale Flüchtlingsberatungsstellen an: In Bad Driburg, Peckelsheim und Steinheim können sich Asylsuchende über die gemeinsame Entwicklung einer Aufenthaltsperspektive informieren.

“In Steinheim und Bad Driburg haben wir all unsere Beratungsangebote unter einem Dach”, nennt Kuckuk den Vorteil der neuen Beratungsstellen für diejenigen Flüchtlinge, die bislang noch einen ungesicherten Aufenthaltsstatus haben. So können sich die Asylsuchenden beispielsweise bei der Driburger AWO in der Caspar-Heinrich-Straße über Asylverfahren informieren und sich beim Ausfüllen von Anträgen unterstützen lassen. Falls gewünscht, können sich weibliche Flüchtlinge dort auch an die Schwangerschafts- oder Frauenberatungsstelle wenden.

»In Steinheim und Bad Driburg haben wir all unsere Angebote unter einem Dach«

Denn vor allem im vergangenen Jahr sei die Nachfrage der Schwangerschaftsberatung stark gestiegen, sagt Silke Niggemann-Boffer (AWO): Insgesamt haben 377 Klienten den Weg zur Beratungsstelle gewählt, darunter waren rund 70 schwangere Flüchtlingsfrauen. Bei der AWO erhalten sie viele Infos, beispielsweise zu Kindergartenplätzen, und erhalten darüber hinaus Hilfe bei Traumata.

Nachdem die erste Flüchtlingsberatungsstelle Anfang Juni in den Räumen der AWO in Steinheim eröffnet hat (mit Sprechstunden in Nieheim und Marienmünster), können sich die Asylsuchenden seit August zudem bei der Driburger Arbeiterwohlfahrt beraten lassen. Da es in der Kurstadt auch die zentrale Unterbringungseinrichtung samt Beratungsleistung gibt, konnte dieser Standort schnell um Willebadessen ergänzt werden. “Gerade in Peckelsheim ist der Bedarf sehr groß”, so Daniela Kuhlebrock (AWO). Dort ist bei den Sprechstunden im Sozialamt eine Dolmetscherin dabei, die zwischen der deutschen und syrischen Sprache vermittelt.

Dass die Beratungsstellen, die durch das Landesprogramm “Soziale Beratung von Flüchtlingen” ins Leben gerufen worden sind, gut angenommen werden, freut auch Iris Wolter, Leiterin des Fachbereichs Integration und Migration des AWO-Bezirksverbandes OWL. Und: “Die Beratung von Flüchtlingen wird eine lange Aufgabe sein, die 2017 sicherlich noch nicht abgeschlossen werden kann”, zeigen sich Wolter und Kuckuk sicher.

Neue Westfälische vom 10.12.2016

Zwischenbilanz: Projekt hat bei Schülern der Sekundarschule die erhoffte Wirkung gezeigt.
Kinder mit schwierigen Lebensumständen erreichen selbstgesteckte Ziele und werden selbstständiger

“Es tut einfach gut, zu sehen, wie positiv sich die Schüler entwickeln”. Damit bringt es Claudia Güthoff, Leiterin der Sekundarschule Warburg, auf den Punkt, worüber sich bei einem Treffen mit Landrat Friedhelm Spieker, Burghard Lehmann von der Familie-Osthushenrich-Stiftung, Klaus Braun von der Stadt Warburg und Wolfgang Kuckuk vom AWO-Kreisverband alle einig waren: “Die im letzten Jahr eingerichtete Tandemklasse ist ein Erfolg, die Schüler mit ihren Eltern gemeinsam besuchen”, so Gütthof.

Der Kreis Höxter habe das Pilotprojekt auf den Weg gebracht, um die Kinder zu fördern, bei denen schwierige Lebensumstände einen schulischen Erfolg negativ beeinflussen könnten. “Wer später im Beruf erfolgreich sein will, braucht erst einmal einen Schulabschluss”, sagt Landrat Spieker, “deshalb ist es ein wichtiger Schritt, den jungen Menschen mit der Förderung sozialer Kompetenzen beim Start in ein selbstverantwortliches Leben zu helfen”. Umso erfreulicher sei es deshalb, dass die Dokumentation des Pilotprojektes konkrete Erfolge aufweise.

“Wir können eindeutig beobachten, dass die Kinder selbstständiger werden. Auch das Verhältnis der Eltern zur Schule hat sich verbessert”, zieht Claudia Güthoff Bilanz. “Manchmal wissen Eltern einfach nicht, wie sie ihren Kindern helfen können. Da hilft es schon, wenn sie erleben, dass es anderen Eltern genauso geht.” Der gemeinsame Unterricht mit ihren Kindern in der Tandemklasse habe dafür gesorgt, dass Vertrauen aufgebaut und somit eine wertschätzende und respektvolle Grundhaltung erreicht werden konnte. Diesen Aspekt unterstreicht auch Erster Beigeordneter Klaus Braun. “Die Eltern haben erkannt, wie wichtig Schule ist.”

“Wir wollen solche Projekte, die auch bei den Kindern ankommen”, macht Burghard Lehmann, Geschäftsführer der Familie-Osthushenrich-Stiftung, deutlich. Mit knapp 20.000 Euro hat die Gütersloher Stiftung erheblich dazu beigetragen, das Pilotprojekt zu realisieren. “Wir sehen eine große Chance, dass die geförderten Kinder später in die duale Ausbildung gehen”, so Lehmann. “Die Stiftung hilft uns bei der Aufgabe, alle Kinder mitzunehmen”, spricht Landrat Spieker seinen Dank aus. Dabei sei Prävention “der beste Weg, auch wenn wir als Kreis für dieses Projekt 30.000 Euro in die Hand nehmen müssen”. Als neuer Partner im Boot sieht auch Wolfgang Kuckuk, Geschäftsführer des Kreisverbandes Höxter der Arbeiterwohlfahrt (AWO), das vorbeugende Eingreifen als optimal: “Wir können beobachten, dass manche Kinder schulmüde sind, weil sie zu Hause keine Unterstützung erfahren.” Die gemeinsame Herausforderung in der Tandemklasse verbinde. “Somit schwindet die Gefahr, dass wir es später mit Schulverweigerern zu tun haben”, hält Kuckuk fest. Die AWO übernimmt die sozialpädagogische Betreuung des Projektes vom Verein In Via Paderborn.

Neue Westfälische vom 08.12.2016

Austausch: Uta Fechler und Marcel Franzmann fordern mehr Unterstützung für Ehrenamtliche und schlagen eine kreisweite Koordinierungsstelle vor

“Mitten in unserer Gesellschaft im Kreis Höxter findet jeden Tag Gewalt gegen Frauen statt. Sie kennt keine Alters- und Herkunftsgrenzen, jede dritte Frau ist betroffen. Trotz dieses erschreckenden Ausmaßes wird das Thema viel zu oft tabuisiert”, beschreiben Uta Fechler vom Frauen-Rat NRW und der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) und Marcel Franzmann, Juso-Kreisvorsitzender, das Problem. Beide trafen sich anlässlich des internationalen Aktionstags “Gegen Gewalt an Frauen”, um sich über die Situation im Kreis Höxter auszutauschen.

»Frauen- und Kinderschutzhaus stößt oft an finanzielle Grenzen«

Sie sprachen dabei nicht nur über die Ursachen, sondern auch darüber, was getan werden muss, damit betroffene Frauen Schutz und Hilfe bekommen. “Das Frauen- und Kinderschutzhaus des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF) und die Frauenberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Kreis Höxter leisten eine sehr wichtige und gute Arbeit, aber leider stoßen sie oft an ihre finanziellen Grenzen. Ziel muss es sein, dass die Rückzugsräume und Beratungsstellen staatlich besser finanziert werden”, so Franzmann.

Diesen Eindruck bestätigte Uta Fechler: “Betroffene Frauen müssen den Aufenthalt meist aus eigenen Mitteln finanzieren. Dieses ist eine zusätzliche Hürde, die Betroffene hindert, aus der bedrohlichen Situation zu entfliehen.” “Neben der Hilfe für die Opfer ist aber auch eine Täterarbeit wichtig, damit diese die Spirale der Gewalt verlassen können. Im Kreis müssen wir in beiden Bereichen noch besser werden”, stellten Franzmann und Fechler einstimmig fest. Dabei lobte Franzmann die Arbeit der Ehrenamtlichen und der Beschäftigten in den Hilfs- und Beratungsstellen. “Diese Menschen leisten eine tolle und wichtige Arbeit. Dabei ist es wichtig, dass die Politik die Rahmenbedingung schafft, die deren Arbeit erleichtert. Das heißt, neben mehr finanzieller Unterstützung auch mehr administrative Hilfe bei zum Beispiel Stellung von Förderanträgen. Dieses Problem haben nicht nur die Beratungsstellen, sondern es betrifft viele Ehrenämtler”, macht Franzmann aufmerksam.

In diesem Zusammenhang schlägt er eine kreisweite Koordinierungsstelle vor, die den Ehrenamtlichen bei der bürokratischen Arbeit hilft. “Ehrenamt braucht Hauptamt, deshalb sollte es eine Anlaufstelle im Kreis geben, die den Ehrenamtlichen Unterstützung gewährt. Klar kommt in diesem Zusammenhang immer das Thema Kosten zur Sprache. Aber das sind Investitionen in die Zukunft unseres Kreises, die dazu beitragen den Kreis für jeden attraktiver zu machen. Unsere Zukunft gibt es nun mal nicht für lau”, so Franzmann.

Abschließend verweisen Franzmann und Fechler auf die bestehenden Hilfeangebote: “Betroffene Frauen können unter Tel. (0 80 00) 11 60 16 und per Online-Beratung auf www.hilfetelefon.de qualifizierte Hilfe bekommen.”