Das Jugendwerk OWL kommt in deine Region!

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Wir wollen dich kennenlernen bzw. mal wieder sehen! Was hast du für Ideen, auf welche Aktion hast du mal Bock?
In gemütlicher Runde bei Abendessen und Getränken wollen wir uns austauschen, vernetzen, brainstormen,
dir das Jugendwerk vorstellen und einfach einen entspannten Feierabend zusammen verbringen.

Jede Woche im Oktober gibt es einen Stammtisch in einem Ort in OWL.
Komm vorbei, bring Freund*innen mit, wir freuen uns auf dich!

Höxter – Mittwoch, 23.10.2019, ab 18.30 Uhr in den Bürgerstuben, Am Markt 5

Bedarf bleibt groß

Westfalenblatt vom 28.06.19 – Sabine Robrecht

Die Zuweisung von Flüchtlingen in die Kommunen ist zurück gegangen. Trotzdem bleibt der Beratungsbedarf groß. Denn die Geflüchteten, die in den Städten und Dörfern des Kreises leben, suchen Hilfe in Fragen wie der Familienzusammenführung, der Anerkennung von Berufs- oder Schulabschlüssen und weiteren Behördenangelegenheiten. Unterstützung finden sie bei der Regionalen Flüchtlingsberatung des AWO-Kreisverbandes.
Vor ziemlich genau drei Jahren ist der Wohlfahrtsverband mit der vom Land NRW geförderten Regionalen Flüchtlingsberatung mit einer Mitarbeiterin für die Städte Steinheim, Nieheim und Marienmünster an den Start gegangen. Schnell kamen Beraterinnen für Willebadessen/Borgentreich, Bad Driburg und Beverungen hinzu. Die Fachfrauen bieten ein- bis dreimal wöchentlich offene Sprechstunden an und vereinbaren darüber hinaus mit den Klienten individuelle Termine. AWO-Kreisgeschäftsführer Wolfgang Kuckuck würdigt in der Rückschau auf die drei Jahre die Zusammenarbeit mit anderen Trägern wie der Caritas und den ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern. Bei der AWO selbst ergeben sich Synergieeffekte mit der Schwangerenberatung und auch mit der Frauenberatungsstelle.

Daten und Fakten
Im Kreis Höxter leben nach Auskunft der AWO 8175 Ausländer. 2100 von ihnen sind Flüchtlinge. Die Mitarbeiterinnen der Regionalen Flüchtlingsberatung und der Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer des AWO-Kreisverbandes sind für diese Menschen Ansprechpartner in vielen Lebensfragen. In der Flüchtlingsberatung haben die Mitarbeiterinnen im Jahr 2018 insgesamt 721 Klienten in 4825 Gesprächen beraten. Im Durchschnitt sind dies sieben Gespräche pro Klient.
Bei den erwachsenen Zuwanderern über 27 Jahren (Migrationsberatung) waren es von April bis Dezember 2018 40 Klienten in 115 Gesprächen. Dies sind im Durchschnitt drei Gespräche.

Bis 2020 ist die Landesförderung für die Regionale Flüchtlingsberatung garantiert, schaut Wolfgang Kuckuck nach vorne. »Wie es weitergeht, wird sich zeigen.« Die Notwendigkeit, bei der Integration zu helfen, werde weiter bestehen. »Davon gehen wir aus.«

In der Zeit seit 2016 haben sich die Anliegen der Ratsuchenden verändert. Zunächst galt es, das Ankommen der Geflüchteten in den Kommunen intensiv zu begleiten. Inzwischen steht mehr die individuelle Unterstützung im Vordergrund. Aufenthaltsrechtliche Fragen, persönliche Probleme, Familiennachzug, die Vermittlung in Sprach- und Integrationskurse, die Suche nach Kita-Plätzen und die Integration in den ersten Arbeitsmarkt – oft verbunden mit der Anerkennung von Berufsabschlüssen – sind in den Fokus gerückt. Nachdem die Männer vielfach Integrationskurse besucht oder den Schritt in den ersten Arbeitsmarkt geschafft haben, kommen jetzt die Frauen zur Beratung.

Sprachangebot für Frauen

Die AWO-Mitarbeiterinnen haben nicht nur bei ihnen, sondern bei all ihren Klienten das Ziel vor Augen, sie in ihrer Autonomie zu stärken. Das Konzept geht auf: Flüchtlinge, die anfangs bei Anträgen verständlicherweise kaum durchblickten, füllen diese inzwischen selber aus und lassen die Beraterinnen noch einmal drüberschauen. »Sie sind froh, wenn sie selbstständig etwas schaffen.«
Auf dem Weg dahin hilft auch ein Sprachangebot für Frauen mit Kindern, das die AWO seit August 2018 in Bad Driburg anbietet. Im AWO-Familienzentrum lernen Frauen Deutsch, während die Kinder im gleichen Raum beaufsichtigt sind und spielen. So ist das Problem der fehlenden Kinderbetreuung gelöst. Es hindert viele Flüchtlingsfrauen daran, Deutsch zu lernen. Entsprechend groß ist die Nachfrage, wegen der zu den beiden bestehenden Gruppen mit jeweils sechs Teilnehmerinnen im September eine dritte dazukommen soll. Die Frauen stammen unter anderem aus Syrien, Moldawien, Rumänien und Tschetschenien.

Flüchtlingsfrauen helfen im Unterricht

Bilinda Jungblut vom Asylkreis Bad Driburg hat den Anstoß zu einem weiteren Projekt gegeben, das im Mai gestartet ist und so gut läuft, dass eine Fortsetzung im Schuljahr 2019/20 beschlossen ist: Vier Flüchtlingsfrauen aus Syrien und Afghanistan – sie sind Lehrerinnen – unterstützen in den Willkommensklassen der Grundschule »Unter der Iburg« als Schulintegrationsassistentinnen die Kinder und Lehrer im Unterricht. Diese Initiative kommt allen Beteiligten zugute: Die Frauen selbst erhalten erste Berufserfahrungen in Deutschland, die Schule profitiert von der kultursensiblen Unterstützung, und die Kinder empfinden die »Brücke« in die Herkunftssprache als hilfreich. »Andere Städte haben Interesse an dieser Unterstützungsform. Wir haben offenbar einen Nerv getroffen«, sagt Wolfgang Kuckuck. Projektpartner der AWO sind die Stadt Bad Driburg und die Grundschule.

Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer

Die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer rundet das Hilfespektrum des AWO-Kreisverbandes ab. Seit April 2018 ist eine Mitarbeiterin an den Standorten Bad Driburg und Höxter in diesem Bereich tätig. Die Klienten kommen überwiegend aus dem europäischen Ausland.

Am Freitag, 05.07.19, findet ein Sommerfest von 15.00 bis 18.00 Uhr im Weitlandsweg 5 in Brakel statt.
Neben Kaffee, Kuchen und kühlen Getränken sind für die Kinder noch folgende Angebote vorbereitet:

  • Paderborner Puppenspiele  “Abenteuer am Kaiserbrunnen”
  • Ponyreiten
  • Spiele und Aktionen im Garten
  • AWO-Spielmobil

Das Vorbereitungsteam freut sich auf viele “kleine und große” Gäste….

Am letzten Augustwochenende findet in Dortmund das große AWO-Jubiläumsfest zum 100. Geburtstag der Arbeiterwohlfahrt statt. Geboten werden Musik, Kleinkunst, Kabarett, Spiele und Aktionen. Es erwartet uns ein tolles Fest mit vielen Überraschungen.

Wir wollen dabei sein und planen für Samstag, den 31. August, in Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen, nach Dortmund zu fahren.

Geplant ist die Abfahrt morgens etwa gegen 9.00 Uhr und die Rückkehr am Abend gegen 20.00 Uhr.

Die genauen Zeiten hängen von den Abfahrtorten und Zahl der teilnehmenden Ortsvereine ab. Anmeldungen sind über die jeweiligen Ortsvereine möglich.

Nähere Informationen folgen zu gegebener Zeit an dieser Stelle.

 

AWO-Kreisverband bietet neue Gesprächsreihe an – auch an werdende Väter ist gedacht

Westfalenblatt vom 14.06.2019 – Jürgen Köster

Bad Driburg (WB). Mit einer neuen Reihe von Angeboten will der AWO-Kreisverband werdende Eltern unterstützen. »Abenteuer Eltern sein« hat das Team der Beraterinnen und Berater es überschrieben. Und weil dieses »Abenteuer« für viele bereits im Kreißsaal beginnt, gibt es auch einen Workshop »Rund um die Geburt«.

Immer stärker eingebunden

Dieser richtet sich jedoch ausschließlich an werdende Väter. »Wir haben festgestellt, dass es für diese Personengruppe eigentlich überhaupt keine Angebote gibt. Dabei werden die Männer immer stärker eingebunden – nicht nur durch ihre Anwesenheit im Kreißsaal, sondern beispielsweise auch in der Elternzeit«, berichtet der Diplom-Pädagoge Heiko Köhne. Er leitet den Workshop, der am 20. Juli, um 14 Uhr beginnt. Er verspricht Faktenwissen, anschauliche Tipps und praktische Übungen »in entspannter und überschaubarer Runde«. Fünf bis zehn Männer erwartet er zu diesem Treffen.

»Ein guter Start ins Leben ist für Kinder wichtig«, sagt Kreisgeschäftsführer Wolfgang Kuckuk. Deshalb habe der AWO Kreisverband Höxter seine bereits seit Jahren bestehenden Projekte im Rahmen der Frühen Hilfen um diese Reihe erweitert. Eine Elternschaft sei an viele Herausforderungen geknüpft. Der Bedarf nach Orientierung wachse stetig. Um eine intensivere Unterstützung der werdenden Eltern anbieten zu können, sei die Reihe an Angeboten entwickelt worden. »Wichtig ist bei allen Veranstaltungen aber auch der Austausch untereinander«, beschreibt Kuckuk einen weiteren Effekt, der durch die ungezwungenen Gesprächsrunden ermöglicht werden soll.

Vertrauen fehlt

Es fehle oft schlichtweg das Vertrauen in die diversen Informationen, die Eltern zur Verfügung hätten, weiß Diplom-Sozial-Arbeiterin Silke Niggemann-Boffer. Sie widmet sich in der Gesprächsrunde, die bereits am Montag, 17. Juni, um 16 Uhr beginnt, dem Thema »Bindung«. Diese wendet sich besonders an Schwangere, werdende Eltern und Eltern von Säuglingen. »Was kann ich tun, um eine möglichst gute Bindung zu meinem Kind zu entwickeln?« ist eine der Fragen die dabei beantwortet werden.

Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett geht Mareike Stöver, Sozialarbeiterin, Sozialpädagogin, Hebamme und erfahrene Mutter von drei Kindern, nach. Diese Runde beginnt am Mittwoch, 11. September, um 15 Uhr. Sie begleitet auch die Schnupperstunde zur Babymassage unter dem Motto »Liebevolle Berührungen – ein Gespräch zwischen Hand und Haut«. Beginn ist am Mittwoch, 10. Juli, um 10 Uhr.

»Von der Beziehung zur Erziehung« ist der Kursus betitelt, den die Diplom-Sozialpädagogin Stefanie Wiedemeier und der Diplom-Sozialpädagoge Winfried Lensdorf am 10. Oktober leiten. Beginn ist um 19 Uhr. Dabei geht es um Themen wie »Erziehungsziele«, »Gefühle erkennen und benennen« und »Grenzen angemessen setzen«.

Sexualerziehung

Der Sexualerziehung im Vorschulalter widmet sich eine Gesprächsrunde »Körper, Liebe, Doktorspiele« am Dienstag, 27. August, um 19.30 Uhr. Die Diplom-Sozialarbeiterinnen Beate Knievel-Boraucke und Silke Niggemann-Boffer gehen Fragen nach wie: Was sind Ausdrucksformen kindlicher Sexualität? Wie kläre ich mein Kind altersgerecht auf? Welche kindlichen Verhaltensweisen sind normal und wie sollten Eltern angemessen darauf reagieren? Alle Veranstaltungen finden bei der AWO in Bad Driburg statt.

Neue Westfälische vom 13.06.19 – Burkhard Battran

Der AWO-Kreisverband bietet in Bad Driburg eine neue Info-Reihe für werdende Mütter und Väter und junge Familien an

Bad Driburg. Ein guter Start ins Leben ist für Kinder wichtig. Deshalb erweitert der AWO-Kreisverband seine Angebote um eine neue Seminarreihe. Unter dem Titel „Abenteuer Eltern sein – Angebote von Anfang an” bietet der AWO-Kreisverband an seinem Standort in Bad Driburg zwischen Juni und Oktober sechs Gruppenveranstaltungen für junge und werdende Eltern an.

„Wir stellen in unseren Beratungsterminen eine wachsende Nachfrage aus dem Bereich der frühen Hilfen fest und haben uns überlegt, einige Themenschwerpunkte in einer lockeren und ungezwungenen Umgebung der Begegnung und des gegenseitigen Kennenlernens neu aufzubereiten”, sagt AWO-Beraterin Silke Niggemann-Boffer.

Auftakt ist am 17. Juni

In der Auftaktveranstaltung am Montag, 17. Juni, 16 Uhr, mit dem Titel „Sicher gebunden – ein Schatz fürs Leben” referiert Sozialarbeiterin Silke Niggemann-Boffer über positive Bindungsmuster. „In dieser Themenreihe soll es auch darum gehen, dass junge Familien in ähnlichen Situationen einander kennenlernen und sich miteinander austauschen können”, betont AWO-Geschäftsführer Wolfgang Kuckuk.

Die Reihe in Bad Driburg ist als Pilotversuch gedacht. „Wenn das gut angenommen wird, werden wir die Reihe auch an anderen AWO-Standorten anbieten”, sagt Kuckuk. Der besseren Planung wegen werden Teilnehmer gebeten, sich per Tel. (0 52 53) 9 35 02 18 oder E-Mail: skb-driburg@awo-hoexter.de anzumelden. Es wird ein Kostenbeitrag von drei Euro erhoben. Die Kurse dauern jeweils etwa 90 Minuten.

Kennenlernen von Babymassage

Die zweite Veranstaltung am Mittwoch, 10. Juli, 10 Uhr, dient dem Kennenlernen von Babymassage. „Sie kann bei Blähungen, Schlafstörungen und Schreckhaftigkeit Linderung verschaffen und nach einer schweren Geburt helfen, das innere Gleichgewicht wieder zu finden”, sagt Hebamme und Sozialpädagogin Mareike Stöver. Dieser Termin richtet sich an junge Mütter mit Kindern zwischen zwei und sechs Monaten.

Der dritte Termin am Samstag, 20. Juli, 14 Uhr, ist nur für Männer. Besser gesagt für werdende Väter. Diplom-Pädagoge Heiko Köhne wird über praktische Übungen, Faktenwissen und anschauliche Tipps rund um die Geburt referieren.

Sexualerziehung im Vorschulalter

Um Sexualerziehung im Vorschulalter geht es am Elternabend am Dienstag, 27. August, 19.30 Uhr. Die Sozialarbeiterinnen Beate Knievel-Boraucke und Silke Niggeman-Boffer stehen den interessierten Müttern und Vätern als Ansprechpartner zur Verfügung.

Dezidiert an Schwangere richtet sich der Termin am Mittwoch,11. September, 15 Uhr. Die Hebamme und Sozialpädagogin Mareike Stöver wird in lockerer Gesprächsrunde Fragen rund um Geburt und Wochenbett beantworten.

Abschluss mit Elternabend

Ein Elternabend mit dem Thema „Von der Beziehung zur Erziehung” beendet am Donnerstag 10. Oktober, 19 Uhr, die Seminarreihe. „Die Auseinandersetzung mit den Fragen soll das Selbstvertrauen in die eigenen Kompetenzen verbessern”, erklärt Referentin Stefanie Wiedemeier, die den Abend gemeinsam mit Sozialpädagoge Winfried Lensdorf gestalten wird.

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Gesprächsbedarf steigt deutlich

Westfalenblatt vom 21.05.2019 – Angelina Zander

1713 Beratungsgespräche haben die Beratungsstellen für Schwangerschaft, Partnerschaft und Sexualität der AWO im Kreis Höxter 2018 verzeichnet – etwa 370 mehr als 2017. »Das sind im Schnitt vier Gespräche pro Klient«, sagt Sozialarbeiterin Beate Knievel-Boraucke bei der Vorstellung des Jahresberichtes. Die Zahl der Ratsuchenden sei mit 426 Menschen fast konstant geblieben.
Ein Beratungsgespräch beginnt ab einer Länge von 15 Minuten. »Alles andere sind Info-Kontakte«, so die Sozialarbeiterin. Ein Thema hat die Ratsuchenden im vergangenen Jahr besonders beschäftigt: »Die wirtschaftliche Armut von Familien zieht sich durch unsere ganze Arbeit. Es gibt viele, die am Wirtschaftswachstum nicht teilhaben«, sagt sie.
Gesprochen worden sei bei den Terminen daher vor allem über gesetzliche Hilfen. Auch rechtliche Frage zu Kindergeld, Mutterschutzgeld und Bafög sowie zu öffentlichen und privaten Hilfsfonds wurden beantwortet. Vielen Familien sei das Bildungs- und Teilhabegesetz kein Begriff, sagt Knievel-Boraucke. Sie fordert, dass die »Politik mehr machen soll als bisher«. Sie kritisiert, dass manche Berufsgruppen schlecht bezahlt werden und deshalb Arbeitslosengeld II bekommen, obwohl sie in Vollzeit arbeiten.

6000 Euro für Verhütungsmittel-Zuschuss für 2019

Frauen mit geringem Einkommen können von der AWO beim Kauf von Verhütungsmitteln unterstützt werden. Dieses Geld wird über den Familienplanungsfonds vom Kreis Höxter zur Verfügung gestellt. Mit 4000 Euro konnten 2018 nur 28 Frauen beim Kauf der Verhütungsmittel bezuschusst werden, berichtet Dipl. Sozialpädagogin Silke Niggemann-Boffer. Im Jahr 2017 seien es noch 43 Frauen gewesen.
Der Grund: Die Zahl der Langzeitverhütungsmittel hat zugenommen. Da diese teuer sind, sei die Zahl der Empfängerinnen zurückgegangen, führt sie aus. In diesem Jahr stünde der AWO ein Budget von 6000 Euro zur Verfügung. Für 2020 seien mit dem Verein Donum Vitae, mit dem sich die AWO das Geld teilt, 16.000 Euro beantragt worden, also 8000 pro Organisation.
Die Beratungsstellen der AWO informieren auch über das Thema Schwangerschaft. Dieses sei im Jahr 2018 der häufigste Erstanlass für ein Gespräch gewesen, erzählt Niggemann-Boffer. An zweiter Stelle sei ein Beratungsbedarf zu Themen festgestellt worden, die Eltern nach der Geburt eines Kindes beschäftigen, wie das Elterngeld. An dritter Stelle folgte die Verhütungsberatung, an vierter Stelle Partnerschaftsprobleme. An dieser Reihenfolge habe sich im Vergleich zum Jahr 2017 nichts geändert, sagt Niggemann-Boffer.

Sprachkurse für Flüchtlingsfrauen ein Erfolg

Seit zwei Jahren gibt es bei der AWO eine Schwangerschaftsberatung für Flüchtlingsfrauen. Darum kümmert sich Isabell Schröder als Migrations- und Flüchtlingsberaterin. »Immer mehr Frauen kommen selbst in die Beratung, auch alleine, um Sachen für die Familie zu erledigen und um frauenspezifische Themen zu besprechen«, sagt sie. »Gut angelaufen ist ein Sprachangebot. Einmal in der Woche treffen sich zwölf Frauen, um einfache Deutschkenntnisse zu lernen.«
Das neue Angebot richtet sich vor allem an Frauen ohne Kinderbetreuung. Zu einem Schwerpunktthema der Beratungen insgesamt habe sich die Bindung zum Kind entwickelt. Gerade bei jungen Frauen seien Unsicherheiten zu verzeichnen. Deshalb beschäftigt sich die AWO in diesem Jahr intensiv mit der Bindung. Im Juni startet die Veranstaltungsreihe »Abenteuer Eltern sein«, bei der die Bindung eine Rolle spielt.
Darüber hinaus bietet die AWO Workshops zur kindlichen Sexualerziehung in Kindergärten an. Diese sind laut Beate Knievel-Boraucke besonders gefragt. Dies führt sie auf den Missbrauchsfall in Lügde zurück. »Das Thema kommt wieder ins Blickfeld.« Auch die Frage, wie Kinder besser vor sexueller Gewalt geschützt werden können, werde behandelt.

Die drei L’s des erfolgreichen Alterns

Westfalenblatt vom 13.05.2019 – Greta Wiedemeier

Beverungen (WB). Laufen, Lernen, Lachen – das sind laut Franz Müntefering die drei wichtigsten Punkte, um auch im Alter mobil und glücklich zu bleiben. Im Rahmen des Jubiläumsjahres »100 Jahre AWO« war der aktuelle Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) in der Beverunger Stadthalle zu Gast.

Demografischer Wandel verändert Strukturen

Mit seinen mittlerweile 79 Jahren zählt der ehemalige Vizekanzler selbst nicht mehr zur jungen Generation und sieht auch keinen Grund dazu, sich so zu fühlen: »Ich weiß, wann ich geboren bin. Weshalb soll ich so tun, als ob ich jünger wäre?« Der demografische Wandel verändere die gesellschaftlichen Strukturen sehr stark und werde auch in den kommenden Jahren für Probleme in verschiedensten Bereichen sorgen, nicht nur bei der Rente.

Sturzvorbeugung ist dringend nötig

»Bei Stürzen in Wohnungen kommen doppelt so viele Menschen um wie im Straßenverkehr, 80 Prozent davon sind über 80-Jährige«, weiß Müntefering mit konkreten Zahlen zu schockieren. Daher seien die Sturzprophylaxe und die Prävention im Gesundheitswesen nur zwei der Themen, die am dringendsten angegangen werden müssten: durch breitere Badezimmertüren, durch die auch der Rollator passt, seniorengerechte Duschen, damit man sich nicht in die Badewanne quälen muss, oder durch mehr Hausärzte, die auch genau dort eingesetzt werden, wo man sie am nötigsten braucht.

Bewegung in Gruppen tut gut

»Unsere Vorfahren mussten ihr Essen noch selber jagen. Wir fahren heute schnell zum Rewe um die Ecke«, demonstrierte Müntefering, wie wichtig Bewegung ist. Eine gute Möglichkeit seien etwa Bewegungssportgruppen für Senioren oder der Versuch, jährlich das Sportabzeichen abzulegen. Dabei könne man nämlich zeitgleich die Einsamkeit bekämpfen, die viele Senioren überkommt.

Auf Rädern zum Essen

Wer über genügend stabile soziale Kontakte verfüge, müsse auch nicht ins Heim, das heutzutage häufig schon eher einem »Hospiz light« gleiche. Besser als das weitverbreitete Essen auf Rädern sei dafür eine Möglichkeit, »Auf Rädern zum Essen« zu kommen – an einen gemeinsamen öffentlichen Ort, an welchem ein regelmäßiger sozialer Austausch stattfinden kann.

Lernen nicht vernachlässigen

Das »Lernen und Lehren« sollte man auch im Alter nicht vernachlässigen. »Wenn man ein Motiv zum Lernen hat, funktioniert das umso schneller«, erklärt Müntefering und demonstriert den Zuhörern dies augenzwinkernd am Beispiel eines 80-Jährigen, der sich in eine 30-jährige Chinesin verliebt und plötzlich durchaus in der Lage ist, innerhalb eines halben Jahres die Grundlagen der komplizierten Sprache zu erlernen. Wichtig sei, sich stets die eigene Neugier auf Neues zu erhalten.

Zusammenspiel der Generationen

Die Interessen der Älterwerdenden nicht vergessen, ohne dass das zu Lasten der jüngeren Generationen geht: Das Zusammenspiel der Generationen und ein gegenseitiges Aufeinander-Achtgeben sind ihm ein enorm wichtiges Anliegen.

»Die 74 Jahre Frieden, die wir jetzt haben, haben etwas mit Europa zu tun! Es ist Blödsinn, wenn jetzt wieder jeder seinen eigenen Brei auf nationaler Ebene kocht«, unterstreicht der Ehrengast abschließend die Wichtigkeit von Europa. Deutschland alleine werde in einigen Jahren nur noch 0,7 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen – also fast nichts. Die Bundesrepublik sei nicht aus eigener Kraft ein Wohlstandsland. Viele andere europäische und nicht-europäische Länder trügen auch einen großen Teil dazu bei, dass es uns so gut geht.

Jubiläumsjahr der Arbeiterwohlfahrt

Der Vortrag war nach dem Neujahrsempfang die zweite größere Veranstaltung im Rahmen des Jubiläumsjahres der Arbeiterwohlfahrt. Als nächstes wird im Juli ein großes Kinderfest im Mini-Club in Brakel geplant. Etwa 400 Mitglieder engagieren sich aktuell in den neun Ortsvereinen im Kreis Höxter. Zudem sind mehr als 200 hauptamtliche Mitarbeiter in den verschiedenen Einrichtungen und Diensten im Kreis Höxter beschäftigt.

Der einstige SPD-Vizekanzler gibt Tipps und mahnt

Neue Westfälische vom 13.05.2019 – Manuela Puls

Eine echte Politik-Größe hat in Beverungen vor etwa 50 Zuhörern über Seniorenfragen gesprochen. Die Arbeiterwohlfahrt im Kreis Höxter (AWO) hatte Franz Müntefering als Redner gewinnen können, denn sie feiert in diesem Jahr den 100. Geburtstag des SPD-Wohlfahrtsverbandes. Der ehemalige SPD-Bundesvorsitzende, Bundesminister und Vize-Kanzler engagiert sich heute als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO).

Müntefering erinnerte kurz an die Gründung der AWO nach dem 1. Weltkrieg auf Vorschlag der Frauenrechtlerin Marie Juchacz, die eine der ersten weiblichen Abgeordneten im Reichstag war. „Helfen, dass anderen Menschen geholfen wird – das ist die großartige Idee, die dahintersteht”, sagte der 79-Jährige im Saal Bever der Stadthalle. Dann kam er zu seinem eigentlichen Thema – der wachsenden Bedeutung der Senioren. „Die Menschen leben heute länger, und das relativ gesund”, so Müntefering.

Fit halten gegen die Sturzgefahr

Eines der größten Risiken für ältere Menschen sei die Sturzgefahr. 8.800 schwere Stürze seien 2017 in Deutschland gezählt worden, meist waren dabei über 80-Jährige betroffen. „Dabei kommen doppelt so viele Menschen ums Leben wie im Straßenverkehr”, betonte der Sauerländer. Häufig würden Ältere nach einem Sturz bettlägerig und hätten es schwer, wieder auf die Beine zu kommen. Deswegen tue Prophylaxe not. „Man muss den Körper so fit wie möglich halten und Hindernisse in der Wohnung aus dem Weg räumen”, so Müntefering. Zu schmale Türen, durch die kein Rollator passt, Teppiche als Stolperfallen oder das „halsbrecherische” Klettern in die Badewanne nannte er als Beispiele.

Wie sich Senioren fit halten können, dafür hat Franz Müntefering ein einfaches Rezept: die drei „L” – Laufen, Lernen und Lachen. Mit Laufen meint der ehemalige Politiker Sport aller Art. Ausruhen sei für Senioren die falsche Devise. Es helfe wenig, sich in den Liegestuhl zu legen und Gesundheitspillen zu schlucken. Dann lasse auch die geistige Fitness schneller nach. „Die Bewegung der Beine ernährt das Gehirn”, erklärte Müntefering. Am besten sei es, gemeinsam mit anderen Senioren Sport zu treiben. Dabei entstünden Bekanntschaften, die wiederum ein gutes Mittel gegen Einsamkeit im Alter seien.

Körper und Geist fit halten

Ältere Menschen lebten schließlich immer häufiger allein. „Enge soziale Kontakte können einem das Heim ersparen”, brachte es Müntefering auf den Punkt. Deswegen hat er zum Beispiel die Initiative „Auf Rädern zum Essen” auf den Weg gebracht. „Lasst Euch das Essen nicht bringen, geht hin”, sagte Müntefering. So treffen sich bereits in 100 Städten in Deutschland Senioren zum gemeinsamen Mittagessen, statt allein zu Hause zu speisen.

Auch Lernen bleibe für Senioren wichtig. „Neugierig bleiben, offen für Neues sein, dann sind die Plaques im Gehirn überwindbar”, sagte Müntefering. Schließlich sei die Demenz ein großes Problem, das auf die Gesellschaft zukomme. Ebenso wie die Finanzierung der Renten. „Wir bekommen etwa doppelt solange Rente, wie es 1965 der Fall war”, so der Sauerländer. Und immer weniger Erwerbstätige müssten die wachsende Schar der Rentner unterhalten. Da müsse zunehmend der Staat einspringen. Deswegen plädiert Müntefering für eine stärkere Besteuerung von Vermögen oder Erbschaften. Darüber hinaus müssten Pflegekräfte besser bezahlt werden und sich endlich gewerkschaftlich organisieren.

 Information

Die Arbeiterwohlfahrt im Kreis Höxter

Im Kreis Höxter gibt es die Anfänge der Arbeiterwohlfahrt seit den 60er Jahren, als Verein ist die AWO seit den 80ern eingetragen. „Inzwischen sind wir in allen zehn Städten vertreten”, betont Kreisverbands-Vorstand Wolfgang Kuckuk. Der Verein habe im Kreis Höxter circa 400 Mitglieder und beschäftige über 200 hauptamtliche Mitarbeiter. Als Beispiele nennt er das Kleiderlager in Peckelsheim, die Seniorenpflege in Bad Driburg, die Frauenberatungsstelle und die Familien- und Jugendhilfe (Schulsozialarbeit und Hilfe zur Erziehung). Der 100. Geburtstag der AWO wurde bereits mit einem Neujahresempfang in Höxter begangen. Im Juli soll es in Brakel noch ein großes Kinderfest zum 20-Jährigen Bestehen des Miniclubs geben.

Der ehemalige Minister für Arbeit und Soziales ruft zu zivilgesellschaftlichem Engagement auf und trägt sich in das Goldene Buch der Stadt Willebadessen ein. Seit 100 Jahren kämpft die Arbeiterwohlfahrt für Gerechtigkeit und Solidarität

Neue Westfälische vom 13.05.2019 – Hermann Ludwig

100 Jahre Arbeiterwohlfahrt (AWO) – dieses Jubiläum wird an vielen Orten gefeiert. Franz Müntefering, ehemaliger SPD-Bundesminister für Arbeit und Soziales, bezeugte seinen Respekt vor der Arbeit der AWO mit einem Besuch der Kleiderkammer in Pecksheim. Im Beisein des stellvertretenden Bürgermeisters Paul Arens, der auch Vorsitzender der AWO-Ortsvereins Peckelsheim ist, trug sich Müntefering in das Goldene Buch der Stadt ein.

Seit 100 Jahren kämpft die Arbeiterwohlfahrt für Gerechtigkeit und Solidarität. Den Einsatz für ein echtes Miteinander in der Gesellschaft, in der allen Bürgern und Bürgerinnen Chancen zur Teilhabe ermöglicht werden, rückte Franz Müntefering in seiner ehrenamtlichen Funktion als Vorsitzender der BAGSO (Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen) in den Vordergrund. Nachdrücklich rief Müntefering zu zivilgesellschaftlichem Engagement auf, gerade auch im Alter.

Ein starkes Team: Paul Arens (l.) und Franz Müntefering lobten die engagierte Arbeit der Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer. Waltraud Genau (v. l.), Maria Rose, Hildegard Ernst, Ursula Rudkoski, Margret Wannemacher, Anita Tewes und Andrea Ressel und weitere ehrenamtliche Helfer und Helferinnen betreuen das Angebot. Foto: Hermann Ludwig - © Hermann Ludwig
Ein starkes Team: Paul Arens (l.) und Franz Müntefering lobten die engagierte Arbeit der Mitarbeiterinnen der Kleiderkammer. Waltraud Genau (v. l.), Maria Rose, Hildegard Ernst, Ursula Rudkoski, Margret Wannemacher, Anita Tewes und Andrea Ressel und weitere ehrenamtliche Helfer und Helferinnen betreuen das Angebot. Foto: Hermann Ludwig | © Hermann Ludwig

„Die Potenziale des Alters müssen herausgefordert werden”, sagte der 79-Jährige. Ein Leben im Schaukelstuhl, das ist für den erfahrenen SPD-Politiker keine Alternative. Er will sich weiter einmischen, dazu ruft er auch alle Mitbürger auf, um die Gesellschaft sozial zu gestalten. „Die Älteren und die Alten müssen ihre Verantwortung tragen, haupt- und ehrenamtlich”, erklärte Müntefering. Soziale Freiwilligendienste seien eine tragende Säule einer humanen Gesellschaft. „Zeit ist die Währung im Alter”, so Müntefering und fordert dazu auf, einen Anteil dieser Zeit anderen Menschen zu widmen. Allein das Zuhören sei schon wichtig, um Menschen aus der Einsamkeit zu helfen. Dazu gebe es vielfältige Möglichkeiten in Vereinen, Initiativen oder auch in der direkten persönlichen Zuwendung. „Du kannst noch was, Du bist noch was”, dieses Gefühl müsse man Menschen im Alter vermitteln, betonte Müntefering.

Gerade angesichts der wachsenden Zahl älterer Menschen sei es an der Zeit, sich zu engagieren. Wie bereichernd diese Arbeit sein kann, darüber informierte sich Franz Müntefering direkt bei den ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der AWO-Kleiderkammer. Bei einem Rundgang mit der Leiterin Maria Rose zeigte sich Müntefering zutiefst beeindruckt von dem Engagement der AWO-Mitarbeiter. „Das ist eine tolle Arbeit”, sagte Müntefering und hat dabei ein offenes Ohr für die Anliegen der Helferinnen. „Unser größtes Problem ist der Müll. Immer wieder laden Menschen Kleidermüll und auch anderen Müll vor der Tür der Kleiderkammer ab, das kostet unglaublich viel Kraft und auch Geld”, erklärte Maria Rose. „Wir müssen den Müll dann auf unsere Kosten entsorgen”, ärgerte sich auch Paul Arens.

“Familien sind und bleiben Zentren der sozialen Gesellschaft

Trotz dieses Ärgernis lässt sich das engagierte Team um Maria Rose nicht entmutigen. Es gebe ja auch immer wieder Kunden, die wirklich brauchbare Textilien abgeben. Unter Roses Federführung wuchs die Kleiderkammer mit 12.000 Artikeln zu einer der größten der Region. Seit 14 Jahren leitet sie die Kleiderkammer mit ihren 14 ehrenamtlichen Mitarbeitern, die wöchentlich etwa 100 Säcke an Kleiderspenden sortieren, ausbessern, etikettieren und einräumen. Viele Stunden an ehrenamtlicher Arbeit kommen so zusammen. An manchen Tagen werden bis zu 100 Kunden versorgt. „Ich habe manchmal den Eindruck, dass gerade ein Bus ankommt”, meinte Paul Arens, der darauf verweist, dass immer noch Unterstützung benötigt wird.

Interessiert sondierte Franz Müntefering das vielfältige Angebot der Kleiderkammer. Dass selbst Sakkos, Krawatten und Hochzeitskleider im Angebot waren, nötigte ihm Respekt ab. Der Fußballfan blieb natürlich auch bei dem Schuhregal stehen, in dem eine Vielzahl brauchbarer Fußballschuhe zu finden waren. Erfreut registrierte er das umfangreiche Angebot für Kinder. „Die meisten Sachen für Kinder, auch das Spielzeug verschenken wir”, erklärte Maria Rose. Die Unterstützung von Familien ist auch Franz Müntefering wichtig. „Familien sind und bleiben Zentren der sozialen Gesellschaft, dafür müssen wir die Grundlagen schaffen”, resümierte Müntefering. Das biete auch ländlichen Regionen eine große Chance als Heimstatt für Familien mit bezahlbarem Wohnraum.