Fahrt zur Freilichtbühne Bökendorf

Der AWO-Ortsverein Bad Driburg bietet am 22.07.17 eine Fahrt zur Freilichtbühne Bökendorf an. Aufgeführt wird die Räuberkomödie „Das Wirtshaus im Spessart“. Los geht es ab 14.30 Uhr mit dem Bus ab Rathaus Bad Driburg. Zusätzliche Haltestellen sind nach Absprache möglich. Auch Nicht-Mitglieder sind herzlich willkommen. Nähere Informationen und Anmeldung ab sofort bei Gisela Galli Tel. 05253 3607 und bei Loretta Kleine 05253 4059740.

Eine berüchtigte Räuberbande lockt eine Grafentochter samt ihrer Zofe in das Wirtshaus im Spessart. Dort sollen die beiden festgehalten werden, bis der Graf ein Lösegeld überbringen lässt. Kurzerhand tauschen sie allerdings heimlich ihre Kleider mit zwei Handwerksburschen und können so entkommen.
Die Frauen informieren den Grafen, um ihre Helfer aus der Gefangenschaft zu befreien. Der geizige Graf denkt allerdings nicht im Traum daran. Also nimmt seine Tochter das Schicksal beherzt selbst in die Hand.
Dieses Schauspiel verspricht beste Unterhaltung und Überraschungen, mit denen niemand im Spessart gerechnet hätte.

Höherer Beratungsbedarf im Kreis

Neue Westfälische vom 05.04.2017
Von Elisabeth Affani

Arbeiterwohlfahrt: Die Beratungsstellen für Schwangerschaft, Partnerschaft und Sexualität legen ihren Jahresbericht vor

Bad Driburg. Jede Zahl, die der Jahresbericht 2016 der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bad Driburg und Höxter auflistet, ist keine rein mathematische Größe, sondern symbolisiert menschliche Schicksale. Auch in unserem scheinbar lückenlos aufgeklärten Zeitalter gibt es Menschen, insbesondere Frauen, die aufgrund besonderer Umstände ihre persönlichen Fragen und Probleme nicht allein lösen können und dankbar für eine professionelle Beratung sind. Die AWO-Beratungsstellen für Schwangerschaft, Partnerschaft und Sexualität legten dem Vorsitzenden des AWO-Präsidiums Paul Arens und dem Kreisvorstandsvorsitzenden Wolfgang Kuckuk sowie der Öffentlichkeit gestern den Jahresbericht 2016 vor.

Insgesamt 460 Beratungen mit 1.586 Beratungskontakten wurden durch das Team geleistet, das ist ein signifikanter Anstieg gegenüber den 417 Fällen im Jahre 2015.

Vor allem Schwangere suchen Ratdes AWO-Teams

Das Team besteht aus der Diplom-Sozialarbeiterin und Systemberaterin Beate Knievel-Boraucke, der Diplom-Sozialarbeiterin und Mate-Meo-Therapeutin Silke Niggemann-Boffer sowie der Erziehungswissenschaftlerin und Flüchtlingsberaterin Isabell Wintermeyer. Verstärkt wird das Team in der Verwaltung durch die Fremdsprachen-Korrespondentin Cornelia Göhmann-Dobrott, die den wichtigen Erstkontakt herstellt.

Vor allem Schwangere suchten den allgemeinen Rat des AWO-Teams, von den 400 Fällen sind 60 der Konfliktberatung zuzuordnen. Die meisten Frauen dieser Gruppe waren zwischen 22 und 26 Jahren alt. Die Beraterinnen haben es mit einer vielschichtigen Problematik zu tun, mit der physischen und psychischen Verfassung der Klientinnen ebenso wie mit ihrer familiären, beruflichen und/oder wirtschaftlichen Situation. Die betroffenen Frauen kamen in der Regel allein, aber auch mit ihrem Partner oder einer anderen Person in die Beratungsstellen.

Neben einer Schwangerschaft war an zweiter Stelle die Geburt eines Kindes der Grund dafür, dass Frauen und auch Familien Beratung und Unterstützung suchten.

Finanzielle Hilfe können die Beraterinnen aufgrund verschiedener Programme leisten, etwa über die Bundesstiftung „Mutter und Kind“ oder den Familienplanungs-Fonds des Kreises Höxter.

Neben den individuellen Beratungen und dem zusätzlichen Angebot für Flüchtlingsfrauen und ihre Familien führte das Team 27 Veranstaltungen durch. Dazu gehörten das Müttercafé im Rahmen der Frühen Hilfen und Gruppenprojekte in Schulen und Kindertagesstätten mit sexualpädagogisch-präventiver Thematik.

Die AWO-Beratungsstellen danken dem Kreis Höxter für die finanzielle Unterstützung und allen Kooperationspartnern für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.

Tag der offenen Betriebstür in Bad Driburg

Am 18.03.17, von 9.00 bis 14.00 Uhr, findet zum ersten Mal in Bad Driburg der „Tag der offenen Betriebstür“ statt. An diesem Tag besuchen Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 der Gesamtschule Bad Driburg-Altenbeken, des Gymnasiums St. Xaver und des Gymnasiums St. Kasper zusammen mit ihren Eltern bzw. Erziehungsberechtigten Unternehmen vor Ort, um gemeinsam einen Einblick in ein bestimmtes Berufsfeld zu bekommen.

Die AWO informiert im AWO-Familienzentrum in der Mühlenstraße über Beschäftigungsmöglichkeiten im sozialen Bereich.

Internationaler Tag gegen Rassismus

Die AWO beteiligt sich auch in diesem Jahr an den Aktionen rund um den Internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März. Gliederungen und Einrichtungen der AWO sind aufgerufen, an diesem Tag oder im Rahmen der Internationalen Wochen vom 13. – 26. März 2017 mit kreativen Aktionen ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen und sich zu beteiligen.

Fremdenfeindliche und rassistische Äußerungen finden in den letzten Jahren immer mehr den Weg in die Öffentlichkeit. Die Hürden, sich rassistisch zu äußern, sinken auch durch und mit den Sozialen Netzwerken, die für jede Person leicht zugänglich sind. Gut vernetzt kann schnell eine scheinbar große Reichweite erzielt werden. Dadurch, dass Menschen in den Sozialen Netzwerken sich vorwiegend mit Menschen vernetzen, die eine ähnliche politische Meinung vertreten, fühlen diese sich untereinander bestärkt, dass ihre Meinung mehrheitsfähig sei. Die zunächst wertneutrale Eigenschaft des Internets, welches Gespräche zwischen Menschen ermöglicht, wird in diesem Fall missbraucht, um rassistische und damit menschenfeindliche Äußerungen potenziert zu veröffentlichen.

Das Internet gehört aber allen Menschen. Umso wichtiger ist es, in den Sozialen Netzwerken ein Gesicht gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit zu zeigen. Bereits 2016 hat die AWO ihre Aktion „AWO gegen Rassismus – AWO für Vielfalt!“ sehr erfolgreich während der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ besonders im Netz durchgeführt. Auch 2017 – gerade im Hinblick auf den anstehenden Bundestagswahlkampf – ruft die AWO wieder dazu auf, Stellung gegen Rassismus und für Vielfalt zu beziehen.

Deshalb ermuntert die AWO Euch wieder, Selfies (Bilder oder Videoclips von Euch) unter dem Motto „Ich bin gegen Rassismus“ im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 13. – 26. März 2017 in den Sozialen Netzwerken zu posten, auf denen Ihr Euch mit einem Plakat der Aktion gegen Rassismus bekennt. Alle Informationen und Materialien zu „AWO gegen Rassismus – AWO für Vielfalt“ findet Ihr auf der Webseite www.kampagnen.awo.org.

Darüber hinaus veranstaltet der AWO Bundesverband am Internationalen Tag gegen Rassismus, am 21. März 2017 in Berlin ein Diskussionsforum „Vorurteile, Ressentiments und Populismus“, das mit einem Impulsreferat von Prof. Dr. Wolfgang Benz eröffnet wird. Bei der anschließenden Diskussionsrunde sind Wolfgang Thierse, Britta Hilpert, Andrea Röpke, Britta Schellenberg und Gerwin Stöcken beteiligt.

AWO will weitere Stützpunkte schaffen

Neue Westfälische vom 23.02.2017

Kreis Höxter/Steinheim (nw). Das Präsidium des AWO-Kreisverbandes Höxter, die Vorsitzenden der Ortsvereine und Leitungskräfte trafen sich im AWO-Familienstützpunkt „Alte Post“ in Steinheim. Neben der Wirtschaftsplanung standen auch Diskussionen über die zukünftige Arbeit auf der Tagesordnung. Die AWO plant zum Beispiel in Bad Driburg eine Erweiterung der Räumlichkeiten, um sich im Bereich Senioren qualitativ weiter zu entwickeln. AWO-Familienstützpunkte als Kontakt- und Informationsstellen für Eltern bieten wichtige Hilfen für Familien. Die 2016 in Betrieb genommene Einrichtung in Steinheim sei ein gutes Beispiel der Beratung, Begegnung, Begleitung und Bildung. Die Schaffung weiterer Stützpunkte in der Region ist Ziel des Kreisverbandes.

2017: Soziale Gerechtigkeit stärker in den Fokus rücken!

Die Politik des Jahres 2017 wird ganz im Zeichen der im Herbst stattfindenden Bundestagswahl stehen. Trotz der allgemein guten wirtschaftlichen Lage wird die neu zu wählende Bundesregierung vor großen Herausforderungen stehen. „Es gilt nicht weniger, als die bundesdeutsche Gesellschaft zusammenzuhalten. Es gibt zu viele Menschen, die nicht an der positiven wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben konnten“, erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Hinzu kommen gesellschaftliche Entwicklungen, die neue Verteilungsfragen aufwerfen: So wird der demografische Wandel die Sozialwirtschaft in doppelter Hinsicht fordern. Zum einen im Hinblick auf die steigende Nachfrage nach sozialen Dienstleistungen für ältere Menschen und zum anderen im Hinblick auf den Fachkräftemangel, der in vielen Einrichtungen und Diensten schon heute spürbar ist. Gleichzeitig schotten sich Deutschland und Europa immer weiter ab und die Angst vor Geflüchteten nimmt zu. „Die Antwort kann nur darin liegen, mehr Demokratie zu leben und mehr Vielfalt zu wagen“, betont der AWO Bundesvorsitzende.

Vor diesem Hintergrund fordert die AWO für das Jahr 2017 von den demokratischen politischen Parteien, sich für eine Politik einzusetzen, die die folgenden fünf Kernforderungen umsetzt:

1. Mehr Verteilungsgerechtigkeit schaffen!

Armut und soziale Ausgrenzung müssen in allen Lebenslagen konsequenter bekämpft werden. Dies erfordert einen weiteren Ausbau des Sozialstaates, insbesondere realitätsgerechte Grundsicherungs- und Sozialhilfeleistungen sowie ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum. Gleichzeitig bedarf es einer umfassenden Reform der familienpolitischen Leistungen, die eine konsistente, gerechte und transparente Förderung der Familien sicherstellt. Der zunehmenden Spaltung zwischen Arm und Reich muss durch eine höhere Besteuerung von Reichtum und Vermögen begegnet werden. Darüber hinaus braucht es eine höhere Besteuerung der Kapitalerträge und eine Finanztransaktionssteuer.

2. Zusammenhalt in der Gesellschaft stärken!

Alle Menschen in unserer Gesellschaft müssen gleiche Rechte und gleiche Chancen haben. Dies erfordert vor allem eine konsequentere Gleichstellung von Frauen und Männern, mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderungen, eine entschiedene Bekämpfung jeglicher Diskriminierung und ein Eintreten für eine moderne Vielfaltspolitik. Zudem muss das bürgerschaftliche Engagement bessere Rahmenbedingungen erhalten, denn ein breites bürgerschaftliches Engagement ist Ausdruck eines starken Zusammenhalts in der Gesellschaft.

3. Geflüchteten eine Perspektive geben!

Menschen, die vor Krieg und Verfolgung flüchten müssen, sollen einen umfassenden Schutz und eine Perspektive für ein friedliches und selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft erhalten. Auch dazu benötigen wir ein zukunftsorientiertes Einwanderungsgesetz, das über die reine Fachkräftesicherung hinaus geht und die Rahmenbedingungen für das Zusammenleben aller Menschen in unserer Gesellschaft regelt.

4. Soziale Sicherheit gewährleisten!

Unsere Gesellschaft basiert auf dem Ziel von sozialer Gerechtigkeit. Dazu werden starke soziale Sicherungssysteme benötigt, die eine selbstbestimmte Teilhabe und wirtschaftliche Unabhängigkeit in allen Wechselfällen des Lebens garantieren, insbesondere bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, Erwerbsminderung, Pflege und im Alter. Die paritätische Finanzierung durch Arbeitgeber*innen und Arbeitnehmer*innen muss als Fundament der Sozialversicherung wiederhergestellt werden. Zugleich muss die Solidarität in unseren sozialen Sicherungssystemen gestärkt werden. Dies erfordert, dass alle Bürger*innen in die gesetzliche Krankenversicherung und die soziale Pflegeversicherung einbezogen werden. Ebenso muss die gesetzliche Rentenversicherung zu einer Erwerbstätigenversicherung ausgebaut werden, die den Lebensstandard nach einem erfüllten Erwerbsleben wieder absichert und damit auch vor Altersarmut schützt.

5. In soziale Infrastruktur investieren!

Soziale Sicherheit in einer verunsicherten und älter werdenden Gesellschaft braucht einmal mehr eine funktionierende soziale Infrastruktur im Quartier, von Kindertagesstätten, über Beratungseinrichtungen bis hin zu Seniorenzentren. Damit dies gelingt, bedarf es verstärkter Investitionen in die soziale Infrastruktur. Ihre Entwicklung darf nicht sich selbst oder dem gewinnorientierten Wettbewerb überlassen werden.

Eine wachsende soziale Ungleichheit bedeutet nicht nur eine Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung, sondern auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Die zunehmende Ungleichheit untergräbt den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und entlädt sich in einem Zulauf zu politischen Extremen. Angesichts dieser Entwicklungen wird es Aufgabe der Politik in diesem und in den kommenden Jahren sein, das verloren gegangene Vertrauen der Menschen in den demokratischen und sozialen Rechtsstaat wieder zurückzugewinnen“, zeigt sich der AWO Bundesvorsitzende überzeugt.

Dank an langjährige Mitarbeiterin

Neue Westfälische vom 29.12.2016

Der AWO-Kreisverband Höxter nutzte die letzte Dienstbesprechung im Jahr in der Abteilung „Senioren-Pflege, Betreuung und Unterstützung zu Hause“, um einer Mitarbeiterin im ambulanten Pflegedienst zu danken. So wurde die Abteilungs- und Pflegedienstleiterin und stellvertretende Vorstandsvorsitzende Aljona Gottfried für ihre 20-jährige Mitarbeit geehrt. Der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Kuckuk und der Vorsitzende des Präsidiums, Paul Arens, bedankten sich bei Gottfried für ihre verantwortungsvolle Arbeit für den Kreisverband. Beide bedankten sich ebenfalls bei allen Mitarbeitern für ihren unermüdlichen Einsatz.

Hilfe beim Asylverfahren

Neue Westfälische vom 16.12.2016

Unterstützung: Die Arbeiterwohlfahrt bietet im Nordkreis, Peckelsheim sowie Bad Driburg eine regionale Flüchtlingsberatung an. Die Beratungsstellen sind gut miteinander vernetzt

„Rund um das Thema Flüchtlinge hat sich in den vergangenen Monaten eine Menge entwickelt“, sagt Wolfgang Kuckuk, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Kreis Höxter. So bietet auch der AWO-Kreisverband seit den Sommermonaten mehrere regionale Flüchtlingsberatungsstellen an: In Bad Driburg, Peckelsheim und Steinheim können sich Asylsuchende über die gemeinsame Entwicklung einer Aufenthaltsperspektive informieren.

„In Steinheim und Bad Driburg haben wir all unsere Beratungsangebote unter einem Dach“, nennt Kuckuk den Vorteil der neuen Beratungsstellen für diejenigen Flüchtlinge, die bislang noch einen ungesicherten Aufenthaltsstatus haben. So können sich die Asylsuchenden beispielsweise bei der Driburger AWO in der Caspar-Heinrich-Straße über Asylverfahren informieren und sich beim Ausfüllen von Anträgen unterstützen lassen. Falls gewünscht, können sich weibliche Flüchtlinge dort auch an die Schwangerschafts- oder Frauenberatungsstelle wenden.

»In Steinheim und Bad Driburg haben wir all unsere Angebote unter einem Dach«

Denn vor allem im vergangenen Jahr sei die Nachfrage der Schwangerschaftsberatung stark gestiegen, sagt Silke Niggemann-Boffer (AWO): Insgesamt haben 377 Klienten den Weg zur Beratungsstelle gewählt, darunter waren rund 70 schwangere Flüchtlingsfrauen. Bei der AWO erhalten sie viele Infos, beispielsweise zu Kindergartenplätzen, und erhalten darüber hinaus Hilfe bei Traumata.

Nachdem die erste Flüchtlingsberatungsstelle Anfang Juni in den Räumen der AWO in Steinheim eröffnet hat (mit Sprechstunden in Nieheim und Marienmünster), können sich die Asylsuchenden seit August zudem bei der Driburger Arbeiterwohlfahrt beraten lassen. Da es in der Kurstadt auch die zentrale Unterbringungseinrichtung samt Beratungsleistung gibt, konnte dieser Standort schnell um Willebadessen ergänzt werden. „Gerade in Peckelsheim ist der Bedarf sehr groß“, so Daniela Kuhlebrock (AWO). Dort ist bei den Sprechstunden im Sozialamt eine Dolmetscherin dabei, die zwischen der deutschen und syrischen Sprache vermittelt.

Dass die Beratungsstellen, die durch das Landesprogramm „Soziale Beratung von Flüchtlingen“ ins Leben gerufen worden sind, gut angenommen werden, freut auch Iris Wolter, Leiterin des Fachbereichs Integration und Migration des AWO-Bezirksverbandes OWL. Und: „Die Beratung von Flüchtlingen wird eine lange Aufgabe sein, die 2017 sicherlich noch nicht abgeschlossen werden kann“, zeigen sich Wolter und Kuckuk sicher.

In der Tandemklasse lernen auch Eltern

Neue Westfälische vom 10.12.2016

Zwischenbilanz: Projekt hat bei Schülern der Sekundarschule die erhoffte Wirkung gezeigt.
Kinder mit schwierigen Lebensumständen erreichen selbstgesteckte Ziele und werden selbstständiger

„Es tut einfach gut, zu sehen, wie positiv sich die Schüler entwickeln“. Damit bringt es Claudia Güthoff, Leiterin der Sekundarschule Warburg, auf den Punkt, worüber sich bei einem Treffen mit Landrat Friedhelm Spieker, Burghard Lehmann von der Familie-Osthushenrich-Stiftung, Klaus Braun von der Stadt Warburg und Wolfgang Kuckuk vom AWO-Kreisverband alle einig waren: „Die im letzten Jahr eingerichtete Tandemklasse ist ein Erfolg, die Schüler mit ihren Eltern gemeinsam besuchen“, so Gütthof.

Der Kreis Höxter habe das Pilotprojekt auf den Weg gebracht, um die Kinder zu fördern, bei denen schwierige Lebensumstände einen schulischen Erfolg negativ beeinflussen könnten. „Wer später im Beruf erfolgreich sein will, braucht erst einmal einen Schulabschluss“, sagt Landrat Spieker, „deshalb ist es ein wichtiger Schritt, den jungen Menschen mit der Förderung sozialer Kompetenzen beim Start in ein selbstverantwortliches Leben zu helfen“. Umso erfreulicher sei es deshalb, dass die Dokumentation des Pilotprojektes konkrete Erfolge aufweise.

„Wir können eindeutig beobachten, dass die Kinder selbstständiger werden. Auch das Verhältnis der Eltern zur Schule hat sich verbessert“, zieht Claudia Güthoff Bilanz. „Manchmal wissen Eltern einfach nicht, wie sie ihren Kindern helfen können. Da hilft es schon, wenn sie erleben, dass es anderen Eltern genauso geht.“ Der gemeinsame Unterricht mit ihren Kindern in der Tandemklasse habe dafür gesorgt, dass Vertrauen aufgebaut und somit eine wertschätzende und respektvolle Grundhaltung erreicht werden konnte. Diesen Aspekt unterstreicht auch Erster Beigeordneter Klaus Braun. „Die Eltern haben erkannt, wie wichtig Schule ist.“

„Wir wollen solche Projekte, die auch bei den Kindern ankommen“, macht Burghard Lehmann, Geschäftsführer der Familie-Osthushenrich-Stiftung, deutlich. Mit knapp 20.000 Euro hat die Gütersloher Stiftung erheblich dazu beigetragen, das Pilotprojekt zu realisieren. „Wir sehen eine große Chance, dass die geförderten Kinder später in die duale Ausbildung gehen“, so Lehmann. „Die Stiftung hilft uns bei der Aufgabe, alle Kinder mitzunehmen“, spricht Landrat Spieker seinen Dank aus. Dabei sei Prävention „der beste Weg, auch wenn wir als Kreis für dieses Projekt 30.000 Euro in die Hand nehmen müssen“. Als neuer Partner im Boot sieht auch Wolfgang Kuckuk, Geschäftsführer des Kreisverbandes Höxter der Arbeiterwohlfahrt (AWO), das vorbeugende Eingreifen als optimal: „Wir können beobachten, dass manche Kinder schulmüde sind, weil sie zu Hause keine Unterstützung erfahren.“ Die gemeinsame Herausforderung in der Tandemklasse verbinde. „Somit schwindet die Gefahr, dass wir es später mit Schulverweigerern zu tun haben“, hält Kuckuk fest. Die AWO übernimmt die sozialpädagogische Betreuung des Projektes vom Verein In Via Paderborn.

Hilfe für Frauen, die Opfer von Gewalt sind

Neue Westfälische vom 08.12.2016

Austausch: Uta Fechler und Marcel Franzmann fordern mehr Unterstützung für Ehrenamtliche und schlagen eine kreisweite Koordinierungsstelle vor

„Mitten in unserer Gesellschaft im Kreis Höxter findet jeden Tag Gewalt gegen Frauen statt. Sie kennt keine Alters- und Herkunftsgrenzen, jede dritte Frau ist betroffen. Trotz dieses erschreckenden Ausmaßes wird das Thema viel zu oft tabuisiert“, beschreiben Uta Fechler vom Frauen-Rat NRW und der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) und Marcel Franzmann, Juso-Kreisvorsitzender, das Problem. Beide trafen sich anlässlich des internationalen Aktionstags „Gegen Gewalt an Frauen“, um sich über die Situation im Kreis Höxter auszutauschen.

»Frauen- und Kinderschutzhaus stößt oft an finanzielle Grenzen«

Sie sprachen dabei nicht nur über die Ursachen, sondern auch darüber, was getan werden muss, damit betroffene Frauen Schutz und Hilfe bekommen. „Das Frauen- und Kinderschutzhaus des Sozialdiensts katholischer Frauen (SkF) und die Frauenberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Kreis Höxter leisten eine sehr wichtige und gute Arbeit, aber leider stoßen sie oft an ihre finanziellen Grenzen. Ziel muss es sein, dass die Rückzugsräume und Beratungsstellen staatlich besser finanziert werden“, so Franzmann.

Diesen Eindruck bestätigte Uta Fechler: „Betroffene Frauen müssen den Aufenthalt meist aus eigenen Mitteln finanzieren. Dieses ist eine zusätzliche Hürde, die Betroffene hindert, aus der bedrohlichen Situation zu entfliehen.“ „Neben der Hilfe für die Opfer ist aber auch eine Täterarbeit wichtig, damit diese die Spirale der Gewalt verlassen können. Im Kreis müssen wir in beiden Bereichen noch besser werden“, stellten Franzmann und Fechler einstimmig fest. Dabei lobte Franzmann die Arbeit der Ehrenamtlichen und der Beschäftigten in den Hilfs- und Beratungsstellen. „Diese Menschen leisten eine tolle und wichtige Arbeit. Dabei ist es wichtig, dass die Politik die Rahmenbedingung schafft, die deren Arbeit erleichtert. Das heißt, neben mehr finanzieller Unterstützung auch mehr administrative Hilfe bei zum Beispiel Stellung von Förderanträgen. Dieses Problem haben nicht nur die Beratungsstellen, sondern es betrifft viele Ehrenämtler“, macht Franzmann aufmerksam.

In diesem Zusammenhang schlägt er eine kreisweite Koordinierungsstelle vor, die den Ehrenamtlichen bei der bürokratischen Arbeit hilft. „Ehrenamt braucht Hauptamt, deshalb sollte es eine Anlaufstelle im Kreis geben, die den Ehrenamtlichen Unterstützung gewährt. Klar kommt in diesem Zusammenhang immer das Thema Kosten zur Sprache. Aber das sind Investitionen in die Zukunft unseres Kreises, die dazu beitragen den Kreis für jeden attraktiver zu machen. Unsere Zukunft gibt es nun mal nicht für lau“, so Franzmann.

Abschließend verweisen Franzmann und Fechler auf die bestehenden Hilfeangebote: „Betroffene Frauen können unter Tel. (0 80 00) 11 60 16 und per Online-Beratung auf www.hilfetelefon.de qualifizierte Hilfe bekommen.“