stärker-als-gewalt.de

Die aktuelle Zeit stellt uns alle vor eine große Herausforderung. Seit Inkrafttreten der
Beschränkungen in der Corona-Krise wächst das Risiko für Gewalt in Familien und
Partnerschaften – die sozialen und räumlichen Einschränkungen bedingen seelische
Belastungen und verschärfen Konfliktpotenziale.
Umso wichtiger ist es, dass gerade jetzt Betroffenen und Hilfesuchenden aufgezeigt wird,
was Handlungsmöglichkeiten gegen Gewaltsituationen sind und wo sie Hilfsangebote
und Informationen finden.

Gerne können Sie auch direkt Kontakt zu unseren Fachberaterinnen der
Frauenberatungsstelle aufnehmen.

Tel.: 0160 – 937 930 -30 oder 0160 – 937 930 -35
E-Mail: frauenberatungsstelle@awo-hoexter.de

Beratungsstelle gegen Gewalt an Frauenlogo-nein-zu-haeuslicher-gewalt

“Jede Frau sollte ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben führen können”

Mit diesem Grundanliegen nahm Ende 2015 die Frauenberatungsstelle im Kreis Höxter ihre Arbeit auf. Sie bietet im gesamten Kreisgebiet von Gewalt betroffenen oder bedrohten Frauen kompetente Beratung und Unterstützung zu allen Themen von Gewalt gegen Frauen (nähere Infos siehe „Infothek“) an.

Frauen aus allen gesellschaftlichen Schichten und aller Nationalitäten können Opfer von Gewalt sein. Viele Frauen sind betroffen.

In der Beratung werden die persönlichen Ziele zur Stärkung und zum Schutz der betroffenen Frauen und Kinder herausgearbeitet und Wege aufgezeigt diese zu erreichen. Ihre Entscheidungen bestimmen den weiteren Verlauf. Solange wie nötig werden die Frauen während des Beratungsprozesses begleitet, bestärkt und unterstützt.

Wir informieren unter anderem über Möglichkeiten des Gewaltschutzgesetzes und beraten, ob rechtliche Schritte möglich und sinnvoll sind. Dabei arbeiten wir im Bedarfsfall mit der Polizei und den Gerichten zusammen.

Neben persönlichen Gesprächen, bieten wir auch Telefon- und Mailberatung an, aber auch eine Beratung an einem von der ratsuchenden Frau gewünschten Ort ist möglich.

Das Angebot gilt u.a. auch für Fachpersonal, Familienangehörige und FreundInnen von Gewalt betroffenen und bedrohten Frauen.

Nähere Infos können dem Flyer entnommen werden (s. rechts).

Diese Beratungsstelle wird gefördert durch:




Höxter AWO-Familienstützpunkt
Gartenstr. 7
37671 Höxter

Tel.: 0160 93793030
E-Mail: frauenberatungsstelle@awo-hoexter.de

Offene Sprechstunden:
dienstags 15.00 – 17.00 Uhr
mittwochs 9.00 – 11.00 Uhr

Termine nach Vereinbarung

Wir sind weiterhin für Sie da!
Regelungen für die Frauenberatungsstelle der AWO für den Kreis Höxter an den Standorten Höxter, Bad Driburg und Steinheim:

Die Mitarbeiterinnen sind weiterhin telefonisch montags bis donnerstags von 9 bis 17.00 Uhr und freitags von 9 bis 12.30 Uhr unter 0160 937 930 -30 oder -35 zu erreichen.

Ebenfalls per E-Mail unter: frauenberatungsstelle@awo-hoexter.de

sowie über den Messenger SIGNAL.

Die offenen Sprechstunden fallen weiterhin bis auf weiteres aus.

Zunehmend bieten die Beraterinnen – nach eigenständiger und fallabhängiger Einschätzung der jeweiligen Mitarbeiterin – in Einzelfällen wieder persönliche Beratungen an, immer mit den gebotenen Schutzmaßnahmen des Hauses und ohne Begleitpersonen.

Infothek – Informationen zu verschiedenen Formen von Gewalt gegen Frauen

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Ob Gewalt in (Ex-)Partnerschaft/Ehe, sexuelle Übergriffe und Vergewaltigung sowie Stalking oder Zwangsheirat – qualifizierte Beraterinnen stehen hilfesuchenden Frauen zu allen Formen der Gewalt vertraulich zur Seite.

Gewalt beginnt bereits mit der alltäglichen Anmache, mit frauenfeindlicher Sprache, Witzen und Beschimpfungen. Auch wo Frauen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt werden, wenn sie bestimmte Orte, Wege oder Situationen meiden müssen, um Belästigungen oder Bedrohungen zu entgehen, handelt es sich um eine Form von Gewalt.

Direkte Erscheinungsformen von Gewalt gegen Frauen sind beispielsweise sexuelle Belästigung, Demütigung, Beleidigung, Prügel, Bedrohung, soziale Kontrolle, sexuelle Nötigung, Stalking oder Vergewaltigung.

Hier finden Sie Informationen zu verschiedenen Formen von Gewalt gegen Frauen.


ASS – Anonymisierte Spurensicherung nach sexualisierter Gewalt

ASS bezeichnet in Kurzform das Verfahren der anonymen Spurensicherung nach sexueller Gewalt.

Da es meistens bei einer Vergewaltigung oder sexuellem Missbrauch keine Zeugen gibt, ist es für ein (späteres) Strafverfahren wichtig, Spuren zu sichern, die bei Gericht verwertet werden können.

Wenn Sie Opfer von sexueller Gewalt geworden sind, so haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Zum einen haben Sie die Möglichkeit zeitnah die Tat anzuzeigen.

Hierfür rufen Sie bitte die Polizei, die die Anzeige aufnimmt und Sie in ein Krankenhaus begleitet. Hier findet die medizinische Erstversorgung statt. In diesem Zusammenhang werden die für ein Strafverfahren notwendigen Spuren gesichert.

  • Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, (zunächst) keine Anzeige zu erstatten.

Viele Frauen befinden sich nach der Tat in einem psychischen Ausnahmezustand, in einem Schockzustand.

In dieser Situation kann es aus vielen Gründen sehr schwer sein, sich für oder gegen das Erstatten einer Anzeige zu entscheiden.

Im Rahmen der anonymen Spurensicherung werden Tatspuren erfasst, rechtswirksam gesichert und anschließend gelagert. Sie haben nach der Tat Zeit gewonnen, in der Sie in Ruhe und vielleicht mit fachlicher Unterstützung überlegen können, ob Sie eine Anzeige erstatten möchten oder nicht.

Im Kreis Höxter haben Sie die Möglichkeit sich an folgendes Krankenhaus zu wenden:

St. Ansgar-Krankenhaus, Brenkhäuser Str. 71, 37671 Höxter

(Die Nachbarkreise Paderborn und Holzminden bieten ebenfalls eine anonymisierte, gerichtsfeste Spurensicherung an!)

Hier werden Sie zunächst einmal medizinisch erstversorgt und haben die Möglichkeit, die für ein mögliches späteres Strafverfahren benötigten Spuren rechtskräftig, aber in anonymisierter Form sichern zu lassen.

Eine Anzeige über Ihren Kopf hinweg erfolgt nicht. Es gilt die ärztliche Schweigepflicht!

Das Krankenhaus hält Spurensicherungssets bereit. Die gesicherten Spuren werden mit einer Chiffrenummer anonymisiert und in der Rechtsmedizin in Münster für bis zu 10 Jahre gelagert.

Möchten Sie innerhalb dieser Frist von 10 Jahren eine Strafanzeige stellen, so informieren Sie die Polizei über die vorgenommene anonyme Spurensicherung. Sie wird dann weitere Schritte einleiten.

Möchten Sie jedoch keine Anzeige stellen, dann werden die Spuren nach den 10 Jahren vernichtet.

Im Rahmen der anzeigenunabhängigen Spurensicherung läuft aktuell ein Kinospot in den Kinos unseres Kreises.
Hier können Sie diesen Spot ansehen:

Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeit:

Sie können sich direkt nach der Tat oder auch zu einem späteren Zeitpunkt gerne für klärende und unterstützende Gespräche an uns wenden.

Die Beratung ist kostenlos und kann auch anonym genutzt werden.

Beratung

Wir unterstützen und beraten Sie – parteilich, anonym, kostenfrei!





Den Flyer “Sexuelle Gewalt? Lass spuren sichern” finden Sie auf der rechten Seite.