Jubiläumsauftakt am Samstag in Höxter

Westfalenblatt vom 11.01.2019

Von Isabell Waschkies

Höxter (WB). In den vergangenen 100 Jahren hat sich die Arbeiterwohlfahrt (AWO) deutschlandweit einen Namen gemacht. »Auch wenn wir im Kreis Höxter noch nicht ganz so alt sind, können wir trotzdem auf viele erfolgreiche und arbeitsreiche Jahre zurückblicken«, freut sich Kreisvorsitzender Wolfgang Kuckuk über den runden Geburtstag.

Der Auftakt des Jubiläumsjahres wird am Samstag, 12. Januar, von 11 Uhr an im Historischen Rathaus in Höxter veranstaltet. Vorgestellt werden soll die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der AWO in Deutschland und im Kreis Höxter. »Außerdem möchten wir mit den Bürgermeistern aus dem Kreis, dem Landrat und Fraktionsvorsitzenden ins Gespräch kommen und mit ihnen über unsere Arbeit sprechen«, kündigt Kreisverbands-Chef Wolfgang Kuckuk an. Eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der AWO sieht er beim Pflegedienst. »Auch wenn sich dieser Bereich insgesamt gut entwickelt hat, gibt es noch zu viele Menschen, die nicht vernünftig versorgt werden können. Dafür fehlen qualifizierte Kräfte«, so Kuckuk.

Geschichte im Kreis Höxter

Im Kreis Höxter nahmen die AWO-Aktivitäten erst ab den 1980er Jahren richtig Fahrt auf. Seit dem geben sie den Schwächeren aus dem Kreis eine Stimme. Bis Ende der 1970er Jahre gestalteten die Ortsvereine die Angebote. 1982 wurde mit den Ortsvereinen Höxter, Beverungen, Brakel, Bad Driburg, Warburg, Lüchtringen und Steinheim ein Kreisverband gegründet – und das als letzter Kreis in OWL, so Wolfgang Kuckuk. Seit 1992 ist die AWO ein eigenständiger Verein.

Zum Aufgabengebiet des Kreisverbands zählten schon damals verschiedene Beratungsangebote wie Sozial- und Seniorenberatung oder Aussiedlerberatung, Ferienangebote und Kuren, Hausaufgabenbetreuung, mobiler sozialer Dienst, Arbeitslosenberatung und Projekte sowie das Kleider- und Möbellager mit Werkstatt in Peckelsheim.

Meilenstein für den Verband

Für Wolfgang Kuckuk (seit 2016 im Amt) zählt das Jahr 1995 mit der Einführung der Pflegeversicherung zu einem der wichtigsten. »Für den Verband war das ein Meilenstein. Das war schließlich der Anlass dafür, den AWO-Pflegedienst zu gründen«, erinnert er sich zurück. Zwei Jahre später zog der AWO-Kreisverband von Höxter nach Bad Driburg um. Noch heute befindet sich die Geschäftsstelle an der Caspar-Heinrich-Straße 15. Im gleichen Jahr wurde die erste Schwangerschaftsberatung im Kreis Höxter gegründet. »Beratungen dieser Art wurden damals nicht als erforderlich eingestuft. Widerstand gab es vor allem von der Kirche«, beschreibt Kuckuk die damalige Problematik. 1998 folgte der Aufbau verschiedener Angebote der Jugendhilfe in Kooperation mit den Jugendämtern und sozialer Arbeit an mittlerweile 23 Schulen. Erweitert wurden auch die Frauen- und Flüchtlingsberatung.

Aktionen im Jubiläumsjahr

Für das Jubiläumsjahr plant die AWO schon jetzt einige Aktionen im gesamten Kreis Höxter. So soll es am 5. Juli ein großes Kinderfest im Mini-Club in Brakel geben, der zudem in diesem Jahr sein 20-jährige Bestehen feiert. Ebenfalls im Sommer möchte der Wohlfahrtsverband ein internationales Fest für und mit Flüchtlingen sowie Menschen mit Migrationshintergrund feiern. Ende August plant der Kreisverband eine Fahrt nach Dortmund, wo die Verbände gemeinsam den 100. Geburtstag zelebrieren möchten.

220 Mitarbeiter im Team

Im Kreis Höxter engagieren sich etwa 400 Mitglieder in den Ortsvereinen Bad Driburg, Beverungen, Borgentreich, Höxter, Lüchtringen, Marienmünster, Peckelsheim, Steinheim und Warburg. In den Einrichtungen und Diensten Kuckuks Angaben zufolge derzeit 220 Menschen beschäftigt.

Mit Kommentar von Isabell Waschkies

Die Arbeiterwohlfahrt ist ein moderner Sozialverband mit besonderem Profil. Mit Stolz kann der Verband auf 100 Jahre Einsatz für Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit zurückblicken. Der älteste Wohlfahrtsverband Deutschlands wird gebraucht, um den Menschen, die nicht alleine für sich eintreten können oder nicht gehört werden, eine Stimme zu geben. Die rund 400 Mitglieder in neun Ortsvereinen im Kreis Höxter leisten großartige Arbeit. Damit das auch in Zukunft so bleiben kann, benötigt es eine guten Infrastruktur von Kindertagesstätten über Beratungszentren bis hin zu Seniorenhäusern. Den Termin am Samstag in Höxter sollten sich alle Bürgermeister des Kreises, Fraktionsvorsitzende und der Landrat rot im Kalender markieren. Gemeinsam sollten sie dem Verband und den Mitgliedern ihre Wertschätzung zum Ausdruck bringen.